Aufgeschlagenes Notizbuch mit durchgestrichenen und eingekreisten Notizen, ein Bleistift, eine Messinglupe und ein Stapel Taschenbücher auf einer Terrazzokante vor heller Wand in der Sonne

Amazon KDP Keywords: So findest du die richtigen Schlagwörter

Heute ist Welttag des Buches. In den Buchhandlungen stapeln sich die Empfehlungen, überall wird gelesen, verschenkt und gefeiert. Und irgendwo sitzt gerade jemand am Handy und tippt in die Amazon-Suche: „Bilderbuch Dinosaurier Freundschaft“. Ob dein Buch dann auftaucht, entscheiden auch deine Amazon KDP Keywords.

Das sind Schlagwörter, die du beim Veröffentlichen über KDP für jedes Buch hinterlegen kannst. Leser bekommen sie nie zu sehen. Trotzdem bestimmen sie mit, bei welchen Suchen dein Buch erscheint. Hier erfährst du, wie die Keywords funktionieren, wie du passende findest, welche Fehler du vermeiden solltest und worin sich Kinderbuch und Roman dabei unterscheiden.

Was Amazon KDP Keywords sind

Beim Anlegen deines Buchs in KDP findest du sieben Felder für Schlüsselwörter. Laut der offiziellen KDP-Hilfe kannst du dort bis zu sieben Stichwörter oder kurze Phrasen eingeben. Jedes Feld hat eine Zeichenbegrenzung, die dir das Formular anzeigt. Die Keywords stehen nirgends auf deiner Produktseite. Sie arbeiten im Hintergrund und helfen Amazon, dein Buch den richtigen Suchanfragen zuzuordnen.

Wichtig ist, was sie ergänzen: Titel, Untertitel, Autorenname, Beschreibung und Kategorien kennt Amazon ohnehin. Deine sieben Felder sind der Platz für alles, was dort noch nicht steht. Jedes Wort, das du doppelt einträgst, verschenkt Platz.

So suchen Leser wirklich

Den Titel deines Buchs sucht nur, wer ihn schon kennt. Alle anderen suchen nach dem, was sie sich wünschen. Nach einem Gefühl, einem Ort, einem Thema, einem Anlass. Die KDP-Hilfe nennt selbst ein paar hilfreiche Arten von Keywords: den Schauplatz, Charaktertypen, Rollen der Figuren, Themen der Handlung und die Stimmung oder den Ton eines Buchs. Übertragen auf deutsche Suchanfragen heißt das zum Beispiel: „Ostsee Krimi“, „alleinerziehende Mutter“, „starke Heldin“, „Neuanfang Freundschaft“, „Wohlfühlroman“.

Im Online-Marketing gibt es dafür einen einfachen Grundsatz: Schreib die Wörter auf, die deine Leser benutzen, und nicht die, mit denen du selbst über dein Buch sprichst. Du denkst vielleicht an „Emanzipation einer Frau in der Nachkriegszeit“. Deine Leserin tippt „Roman 50er Jahre starke Frau“. Die KDP-Hilfe sagt es ähnlich: Versetz dich in die Leser. Wie würdest du selbst nach so einem Buch suchen?

Achte auch auf die Reihenfolge. Menschen tippen Wörter in einer natürlichen Reihenfolge ein. Wenn du eine Phrase einträgst, dann so, wie man sie spricht.

Keyword-Recherche mit der Amazon-Suchleiste

Für die Recherche brauchst du kein teures Tool. Die KDP-Hilfe rät selbst dazu, vor der Veröffentlichung bei Amazon nach den Begriffen zu suchen, die du verwenden willst. Das beste Werkzeug dafür ist die Suchleiste selbst.

So gehst du vor: Öffne Amazon am besten in einem privaten Browserfenster, damit deine eigenen Suchen nicht mitmischen. Wähl oben die Kategorie Bücher oder den Kindle-Shop aus. Dann tipp ein Wort ein, das zu deinem Buch passt, zum Beispiel „Bilderbuch Dino“, und schau, welche Vorschläge unter dem Suchfeld erscheinen. Diese Vorschläge zeigen dir, wonach andere tatsächlich suchen. Ergänze danach einzelne Buchstaben, also „Bilderbuch Dino a“, „Bilderbuch Dino b“, und notier alles, was passt.

Klick dann ein paar dieser Suchen an und schau dir die Ergebnisse an. Stehen dort Bücher, die deinem ähneln? Dann bist du richtig. Tauchen vor allem Malbücher, Sachbücher oder Titel aus einem ganz anderen Genre auf, ist der Begriff zu ungenau. Nach einer halben Stunde hast du meistens eine Liste mit zwanzig, dreißig Kandidaten. Daraus wählst du die sieben, die am genauesten beschreiben, was in deinem Buch steckt. Die KDP-Hilfe gibt dazu einen klaren Hinweis: Spezifische Begriffe sind besser als allgemeine.

Die häufigsten Fehler bei KDP-Keywords

Die KDP-Hilfe listet sehr genau auf, was nicht in die Felder gehört. Die wichtigsten Punkte, übersetzt in die Praxis:

  • Wörter aus Titel, Untertitel oder Autorenname. Die kennt Amazon schon.
  • Begriffe, die bereits in deinen Kategorien stecken, und allgemeine Wörter wie „Buch“.
  • Eigenlob wie „bester Thriller des Jahres“ und Angaben, die nur eine Weile stimmen, wie „neu“ oder „jetzt erhältlich“.
  • Rechtschreibfehler und bloße Varianten eines Wortes, also Einzahl und Mehrzahl oder andere Schreibweisen.
  • Namen anderer Autoren, die mit deinem Buch nichts zu tun haben, und Markennamen, die dir nicht gehören.
  • Namen von Amazon-Programmen wie Kindle Unlimited oder KDP Select.

Bei den fremden Autorennamen ist die Versuchung groß. Wer einen Kinderkrimi schreibt, denkt schnell: Dann trage ich einfach den Namen eines bekannten Kinderkrimi-Autors ein. KDP führt genau das ausdrücklich unter den Dingen auf, die du vermeiden sollst. Und es bringt dir auch wenig: Wer nach einer bestimmten Autorin sucht, will ihr Buch und kein anderes.

Eng verwandt mit dem Punkt zu den Varianten ist ein Fehler, der oft passiert: alle sieben Felder mit fast demselben Begriff zu füllen. „Kinderbuch Dinosaurier“, „Dinosaurier Kinder“, „Dino Buch Kinder“. Damit deckst du genau eine Suche ab. Nutze jedes Feld für eine andere Seite deines Buchs.

Kategorien: der zweite Weg, gefunden zu werden

Neben den Keywords wählst du bei KDP drei Kategorien für dein Buch aus. Sie bestimmen, in welchen Regalen des Onlineshops dein Buch steht und in welchen Bestsellerlisten es auftauchen kann. Such dir Kategorien, die dein Buch treffend beschreiben. Eine sehr große Kategorie klingt verlockend, aber dort gehst du leicht unter. Eine kleinere, genau passende Kategorie bringt dich oft näher an die Leser, die genau so ein Buch suchen.

Für Kinder- und Jugendbücher gibt es eine Besonderheit: Damit dein Buch in den Kinderkategorien erscheint, legst du ein passendes Lesealter fest. Für die Kategorien für Jugendliche und junge Erwachsene nennt KDP ein Lesealter von 13 bis 17 Jahren. Wenn du Kategorien später änderst, kann es laut KDP bis zu 72 Stunden dauern, bis dein Buch dort angezeigt wird (Stand April 2026).

Keywords für Kinderbuch und Roman: der Unterschied

Beim Kinderbuch suchen meist nicht die Leser selbst. Es suchen Eltern, Großeltern, Patentanten, Erzieherinnen. Und die suchen oft nach einem Anlass oder einem Problem: ein Buch zur Einschulung, gegen die Angst vorm Dunkeln, über ein neues Geschwisterchen, zum Mutmachen. Frag dich also nicht nur, worum es in deinem Buch geht, sondern auch, wofür jemand es kaufen würde.

Nehmen wir als Beispiel mein Kinderbuch „Theo, der T-Rex, hat Zahnschmerzen“. „T-Rex“ und „Zahnschmerzen“ stehen schon im Titel, die würden in den Keywords nur Platz wegnehmen. Spannender sind die Dinge, die man dem Titel nicht ansieht: eine Freundschaft zwischen zwei Dinos, ein Rätsel, eine Reise, bei der die Grenzen der Zeiten verschwimmen, ein bisschen Wissenschaft und eine Menge Mut. Genau solche Begriffe gehören in die Felder, jeweils so formuliert, wie Eltern sie eintippen würden.

Beim Roman suchen die Leser selbst, und sie wissen oft sehr genau, was sie wollen. Sie suchen nach Subgenres wie „Cosy Crime“ oder „Psychothriller“, nach Schauplätzen, nach Zeiten und nach Motiven, die sie mögen, etwa „zweite Chance“ oder „Familiengeheimnis“. Je genauer du dein Buch einordnest, desto eher landet es bei Menschen, die es wirklich lesen wollen.

Keywords sind kein Zaubertrick. Die richtigen Schlagwörter bringen dein Buch vor die richtigen Augen. Verkaufen muss es sich dann selbst: mit einem Cover, das zum Genre passt, und einer Beschreibung, die Lust auf mehr macht. Wie du beim Cover vorgehst, ob selbst gestaltet oder vom Profi, liest du in meinem Artikel übers Buchcover.

Und schau nach der Veröffentlichung ab und zu nach, ob dein Buch bei deinen Suchbegriffen auftaucht. Du kannst die Keywords in den Buchdetails bei KDP jederzeit anpassen. Keyword-Recherche ist kein einmaliger Akt, sie wächst mit deinem Buch.

Wenn du mehr darüber wissen willst, wie du dein Buch sichtbar machst, findest du in meinem Artikel Buchmarketing für Selfpublisher zehn Strategien für den Start. Und wenn du keine neuen Artikel verpassen willst, trag dich unten auf der Seite in meinen Newsletter ein.

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